Fernwartung via VNC
VNC, in meinem Fall TightVNC, ist Gold wert. Spätestens dann wenn man seinem Vater bei einem E-Mail-Problem helfen muss merkt man's. Ohne TightVNC wäre ich wohl nicht drauf gekommen warum Thunderbird eine Fehlermeldung ausspuckt - der E-Mail-Scanner von G DATA ist schuld.
Doch was ist VNC? Kurz gesagt ein Programm um den Bildschirm eines anderen zu sehen und zu kontrollieren. Das hört sich erst mal nach nichts besonderem an, gerade Windows-Anwender kennen dieses Feature - die Remote-Unterstützung ist standardmäßig eingebaut. Doch Virtual Network Computing (kurz VNC) hat einen Vorteil: Es ist plattformunabhängig. D.h. es gibt für alle großen (Windows, Mac, Linux) und etliche kleine Systeme sowohl Server- als auch Client-Programme.
Um der Familie im fernen Kölner Süden jederzeit helfen zu können habe ich als erstes den Router entsprechend konfiguriert. Über statisches DHCP wird dem Familien-PC eine feste, private IP-Adresse zugewiesen, außerdem habe ich ein Port-Forwarding für den Port 5900 aus dem Internet auf diese IP eingerichtet. Somit landen alle Anfragen auf dem VNC-Port an diesem Rechner.
Auf dem PC habe ich dann den TightVNC-Server eingerichtet. Um hier nicht ein Loch aufzumachen natürlich nicht als Dienst, sondern so das man den Server bei Bedarf von Hand starten kann. Kein Problem da sich der TightVNC-Server als ganz normales Programmsymbol darstellt welches man einfach Doppelklicken muss.
Als einzige Hürde bleibt dann noch die dynamische öffentliche IP-Adresse. Wie beim normalen Internet-User üblich wird bei jeder Einwahl eine neue IP-Adresse zugewiesen, und man weiss nie welche man kriegt. Um dies herauszufinden hat sich die Website GetIP.com als äußerst hilfreich erwiesen, vor allem weil man nicht lange suchen muss. Die IP wird oben links und fett dargestellt, genau da wo man als Europäer als erstes sucht.
Wenn ich einen Anruf erhalte läuft also alles nach einem Schema ab. Ich sage meinem Vater wie er den TightVNC-Server startet, wie stellen ein Passwort für die VNC-Verbindung ein, dann sage ich ihm wie er an seine IP kommt und schon kann ich live und in Farbe sehen was das Problem ist. Und es somit deutlich schneller lösen als wenn wir nur telefonieren würden. Die Performance dabei ist super und sollte im DSL-Zeitalter überhaupt kein Problem darstellen.
Wer es testen will: TightVNC ist in der Server- und Viewer-Variante für Windows und Linux verfügbar, in MacOS X ist VNC fest eingebaut.